Toskana oben ohne – Mit dem Motorrad zwischen Natur und Kultur

26 Mai

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Während meiner 17-jährigen Tätigkeit als Stewardess konnte ich meine Reiselust bereits ausgiebig ausleben. Heute bin ich bodenständig geworden und mein Fernweh kann ich nur noch in den Urlaubszeiten stillen. Dabei probiere ich gerne etwas Neues aus. Alles ist mir recht – nur bitte kein Pauschalurlaub!

Auf die Möglichkeit, mit einem Motorrad zu verreisen, war ich bisher allerdings nicht gekommen. Doch die Schwärmerei meines Mannes hatte mich neugierig gemacht. Was soll’s, dachte ich, meine Tochter ist fast groß, die Verantwortung wird kleiner und abenteuerlustig war ich schon immer.

Ausgerechnet die Toskana sollte mitten im Hochsommer als Testgebiet für meine noch zu entdeckende Motorradleidenschaft dienen. Das hatte zwar den Reiz, dass weder mein Mann noch ich bisher dort gewesen waren, versprach aber aufgrund zu erwartender hoher Temperaturen zusätzliche Strapazen. 

Toscana

Mailand – Levanto

Unser Abenteuer beginnt in Mailand. Um dem Stress einer langen Anreise über die Autobahn zu entgehen, haben wir eine Spedition mit dem Transport unserer Maschine beauftragt, die sie am Tag vor unserem Flug zu Hause abholt und bis zum Hotel in Mailand liefert. Wir setzen uns Freitagabend entspannt nach der Arbeit mit nur einem kleinen Koffer in den Flieger. Unser Gepäck ist schließlich schon mit dem Motorrad vorgefahren… Das schicke Designhotel verfügt zwar weder über Parkplätze noch über eine Garage, aber für unser Motorrad hat man im kleinen Innenhof einen perfekten Platz gefunden .

Am nächsten Morgen starten wir unsere erste Etappe Richtung Süden nach einem leckeren Frühstück, das man im Townhouse 12 gemeinsam mit den anderen Gästen an einer riesigen Tafel einnimmt, die zudem die Höhe einer Bar hat. Wir wollen zunächst ans Meer. Unser Ziel ist das mondäne Portofino. Aber bereits nach einer Stunde Fahrt schmerzt mein Kopf von Helm und darunter klemmender Sonnenbrille. Ich frage mich – auch hinsichtlich meiner noch vorhandenen Angst vor den Gefahren des Motorradfahrens – wie ich das eine ganze Woche aushalten soll. Schon nach anderthalb Stunden müssen wir die erste Pause machen. Die Sommerhitze haben wir wohl beide unterschätzt und in unserer Motorradkluft wird uns trotz Fahrtwind ziemlich warm. Cappuccino und Wasser trinkend verweilen wir ein Stündchen in der brütenden Mittagssonne in einem Straßencafé im Städchen Bobbia in der norditalienischen Provinz Emilia Romana. Wenn dieser Ort, umgeben von einer hügeligen Landschaft und mittelalterlichen Bauten, Touristen anzieht, dann nur Italiener. Deutsch spricht um uns herum jedenfalls niemand.  Das ändert sich jedoch bei unserer Ankunft in Portofino. Allerdings scheint hier die vorherrschende Sprache Russisch zu sein. Große Yachten im kleinen Hafen lassen die Summen erahnen, die täglich an diesem Ort umgesetzt werden. Unser bescheidener Imbiss im Café an der engen Promenade kostet so viel, wie zu Hause ein Dinner beim Edelitaliener. In Portofino bezahlt man halt den Blick auf die Bucht und das Schaulaufen der Reichen mit. Langsam spüren wir auch, dass wir hier als Motorradreisende Exoten sind. Während in den Alpen der reine Zweiradtourismus die Straßen und Pässe verstopft, sieht man südlich der Berge nur Einheimische, die auf ihren Rollern und Mopeds unterwegs sind.

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Das letzte Stück unserer heutigen Strecke führt uns die ligurische Küste entlang, bis wir im Ferienort Levanto eine Bleibe für die Nacht suchen. Wir haben Glück – das Hotel Nationale zählt zu den besten am Ort und hat noch ein Zimmer für uns frei. Schnell hüpfen wir unter die Dusche und schlüpfen in sommerliche Kleidung. Noch einmal schnell zum Strand, bevor die Sonne untergeht. In der Dämmerung genießen wir ihre letzten warmen Strahlen in der fast menschenleeren Bucht, halten die Zehen ins klare Wasser des Mittelmeers und ich spüre, wie die Anspannung des Tages von mir weicht. Völlig erschöpft fallen wir nach dem Abendessen ins Bett. Die vielen Eindrücke, die Hitze und auch das nicht zu unterschätzende passive Mitfahren auf dem schmalen Sozius haben mich erledigt. Doch das Glücksgefühl, welches sich ebenfalls einstellt, lässt die Strapazen schnell vergessen.

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Levanto – Ciascana Terme

Nach einem ausgiebigen Frühstück im romantischen Garten unserer Unterkunft starten wir am folgenden Morgen mit dem Plan, die nächste Nacht in der Toskana zu verbringen. Die urwaldähnliche Vegetation der Bergkette an dem nun folgenden Küstenabschnitt Richtung Süden wirkt durch den immer wieder aufkommenden Nebel schon fast gespenstisch. Dieser Eindruck verstärkt sich, als wir eine stark zerstörte Straße passieren und demolierte Boote und Autos den Wegesrand säumen. Hier sind einige Muren abgegangen – eine Auswirkung des Erdbebens bei Modena vor wenigen Wochen? Während wir noch von diesen Eindrücken ergriffen sind, erreichen wir die unfassbar beeindruckende und traumhaft schöne Cinque Terre. An einem der höchsten Punkte dieser Steilküste bietet sich ein Blick, der einmalig ist und uns den Atem raubt.  Fünf kleine, abschüssige Geländeeinschnitte öffnen sich zum Meer und beherbergen jeweils ein kleines Dorf. Weder mit dem Auto noch mit dem Motorrad ist dort die Zufahrt möglich.  Daher entscheiden wir uns für die Weiterfahrt und behalten die grandiose Aussicht in unserer Erinnerung. Die Hafen- und Industriestadt La Spezia lassen wir ebenfalls ohne Stop hinter uns und genießen stattdessen die Strecke durch die ligurischen Alpen. In einem kleinen Bergdorf kehren wir auf der Terrasse einer kleinen Trattoria ein, wo wir sehr günstig ein einfaches, aber köstliches Mittagessen einnehmen. Die nordwestliche Toskana erreichen wir dann nach einer weiteren Pause in Castlenuovo und unterbrechen unsere Fahrt zunächst in der Stadt Lucca an einem der vier Tore der alten Stadtmauer. Viel Zeit bleibt uns heute nicht mehr. Dennoch entscheiden wir uns für einen kurzen Abstecher nach Pisa, schließlich liegt die Stadt nur wenige Kilometer von Lucca entfernt. Hier tummeln sich Touristen aller Nationen und fotografieren den wohl berühmtesten Turm der Welt, der sich in der Nachmittagssonne vor tiefblauem Himmel besonders schön präsentiert. Auch wir schießen zahlreiche Bilder, genießen für einige Minuten liegend auf der Wiese die Sonnenstrahlen des späten Nachmittags, wollen dann aber weiter – eine Unterkunft für die Nacht muss noch gefunden werden. Bis in die Dunkelheit fahren wir durch die wunderschöne Hügellandschaft bis nach Ciascana Terme, ein kleiner beschaulicher Kurort, dessen Thermen mehr als tausend Jahre Geschichte aufzuweisen haben. Da es schon spät ist, müssen wir uns mit der Zimmersuche ranhalten. Aber auch heute haben wir Glück. Die Albergo Stella wirkt zwar schon etwas angestaubt, liegt aber zentral direkt am Kurplatz. In der urigen Osteria Rosso Vino genehmigen wir uns noch ein Glas Wein sowie ein köstliches Menü.

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Ciascana Terme – Siena

Der erholsame Schlaf in der Albergo Stella stärkt uns für den neuen Tag, der uns am Ende nach Siena bringen soll – allerdings nicht auf direktem Weg. Noch einmal möchten wir das Meer sehen und die salzhaltige Luft einatmen, weshalb wir den Küstenort Talamone südöstlich von Grosseto ansteuern. Hier herrscht trotz Tourismus eine für einen Urlaubsort eher ungewöhnliche Beschaulichkeit. Stolz ist man nicht nur auf die etruskische Geschichte und das Postkartenpanorama, sondern auch darauf, bereits Schauplatz einiger Filmsequenzen im James Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“ gewesen zu sein. Wieder einmal haben wir auf Anhieb die richtige Restaurant-Auswahl getroffen, die wir allerdings auch unserem Reiseführer verdanken. Der freundliche und gesprächige Kellner legt uns wärmstens einen Abstecher nach Pitigliano ans Herz. Seine Schwärmerei macht uns neugierig und spontan, wie wir sind, nehmen wir den Umweg von circa 60 Kilometer in Kauf.

Talamone liegt bereits südlicher, als unsere Planung es vorgesehen hatte und die hohen Temperaturen machen uns auch ganz schön zu schaffen. Landschaftlich ist die Trockenheit ebenfalls zu spüren – die Felder sind goldgelb von der Sonne gefärbt und heben sich von den immer noch grünen Zypressen, Pinien und Olivenbäumen ab. Wir durchfahren die Serpentinen eines bewaldeten bergischen Gebietes, als sich urplötzlich eine nahezu unwirklich erscheinende Kulisse vor unseren Augen auftut. Von einem Moment auf den anderen fühlen wir uns zurückversetzt ins Mittelalter. Die uralten etruskischen Gemäuer der Stadt erstrecken sich über den Rücken eines langen Hügels – ein 300 Meter hoch gelegener Tuffsteinfelsen, der umgeben ist von tiefen Schluchten, durch die sich zwei kleine Flüsse winden. Mit unserer BMW schlängeln wir uns durch die Straßen vorbei an den alten Häusern, die tatsächlich noch bewohnt werden.

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In der ebenso historischen Nachbarstadt Sorano halten wir an, um den obligatorischen Nachmittags-Cappuccino zu trinken. Hier scheint tatsächlich die Zeit stehen geblieben zu sein. Aber uns treibt es weiter, denn vor uns liegen noch circa 90 Kilometer bis nach Siena. Ganz ohne Unterbrechung schaffen wir diese Distanz nicht. Weil sich unterwegs aber kein einladendes Café findet, pausieren wir an einem Wegesrand auf der Wiese einer alten Kirche. Mit Blick in den tiefblauen Himmel im vertrockneten, stacheligen Gras liegend überkommt mich ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, Abenteuer und Unbeschwertheit und ich kann mich gar nicht sattsehen an der traumhaften toskanischen Landschaft.

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Auf diesem Abschnitt zwischen Talamone und Siena nehme ich die vielen Sinneseindrücke, die einem das Reisen mit dem Motorrad bietet, ganz besonders intensiv wahr. Bilder, Düfte und Geräusche prägen sich in mein Gedächtnis ein und in der Erinnerung kann ich das alles heute noch abrufen. Um Zeit zu sparen, haben wir uns im Internet bereits mögliche Unterkünfte in Siena herausgesucht. Dabei habe ich schon meinen persönlichen Favorit, dessen Zimmer aber nicht ganz günstig sind. Doch wie der Zufall es will, wird das sich in einer alten herrschaftlichen Residenz lokalisierte Hotel Villa Scacciapensieri von einer Remscheiderin geführt und Bernie verhandelt mit ihr einen guten Preis. Hier haben wir sogar Gelegenheit, vor unserem Kulturprogramm in den Pool zu springen. Wir genießen die untergehende Sonne, von der Terrasse hat man zudem eine tolle Sicht auf die Silhouette der Stadt. So ist es schon fast dunkel, als wir uns auf den Weg in die Innenstadt machen. Die Menschenmassen, die dort rund um den Piazza del Campo unterwegs sind, machen wenig Hoffnung, einen freien Platz um diese Uhrzeit in einem Lokal zu finden. Doch wir haben Glück – in einer der vielen schmalen Seitengassen des Platzes ergattern wir einen Tisch in einer kleinen Pizzeria. Köstliche Pasta und ein kühles Glas Wein lassen wir uns gut in romantischer Atmosphäre schmecken. Bei unserem anschließenden Spaziergang staunen wir über die vielen Leute, die überall mitten auf dem Platz sitzen und „chillen“. Hier werden im Übrigen immer noch die seit dem Mittelalter stattfindenden Pferderennen ausgetragen. Ebenfalls berühmt und sehr beeindruckend ist der aus schwarzem und weißen Marmor gebaute Dom, der bei Nacht wunderschön beleuchtet ist. Für weitere Exkursionen sind wir allerdings zu müde und lassen uns daher von einem Taxi ins Hotel zurückbringen.

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Dort gibt es am nächsten Tag ein Frühstück in fürstlichem Stil. Wie bereits in Levanto wird es im Garten des Hauses angeboten. Allerdings werden alle Speisen vom Buffetwagen von uniformierten Kellnern serviert. Irgendwie erinnert mich das an alte Zeiten meiner Fliegerzeit, wo wir in der Comfort Class vom sogenannten Aeroserver die Gäste individuell verwöhnt haben.

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Gut gestärkt schwingen wir uns wieder mit kompletter Motorradkluft bei nahezu 30 Grad auf unser Zweirad, was uns einige Aufmerksamkeit beschert, denn die BMW parkt direkt am Haus. Schnell noch ein paar Fotos schießen und los geht’s.

Siena – Bologna 

Wir lassen Siena hinter uns und fahren weiter Richtung Norden nach Florenz. Unterwegs lädt ein am Wegesrand liegendes kleines Weingut zur Rast auf der Terrasse ein. Alkohol während wir unterwegs sind, ist natürlich tabu und so gibt es wieder Cappuccino und Wasser. Gerne würde ich hier länger bleiben, denn obwohl diese kleine Oase direkt an der Straße liegt, verführt sie zum Verweilen. Aber wir haben noch einige Kilometer vor uns und so brausen wir weiter durch die Hügel der Toskana in die Wiege der Renaissance. Für uns bietet jedoch die Metropole keinen großen Anreiz, hier mehr Zeit zu verbringen. Circa 1,5 Millionen Menschen leben in der unmittelbaren Region um Florenz, hinzu kommen täglich tausende Besucher. Auch heute ist die Stadt völlig überlaufen und wir haben Mühe, uns durch die Straßen zu bewegen. Da wir dringend wieder trinken müssen, suchen wir uns mitten im Zentrum einen kleinen Platz zum Parken und während Bernhard Flüssigkeit für uns organisiert, laufe ich Richtung Piazza del Duomo, um wenigstens ein paar Fotos vom Dom zu schießen und die obligatorische Postkarte zu kaufen. Der Weg heraus aus der Stadt entwickelt sich zu einer Stadtrundfahrt der besonderen Art. Unter Missachtung jeglicher Verkehrsregeln und Verbote schlängeln wir uns durch die von Menschen gefüllten Gassen, vorbei an ehrwürdigen Denkmälern, historischen Bauten und belebten Plätzen. Die Suche nach dem richtigen Weg aus der Stadt gleicht einer Irrfahrt, bei der wir auf rasante Weise in den Genuss kommen, den vielen Sehenswürdigkeiten zu begegnen. Am Ufer des Arnos erscheint das grüne Flusswasser im Zusammenspiel mit der weltberühmten Ponte Vecchio völlig irreal.

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Irgendwann haben wir die Irrfahrt durch Florenz überstanden und steuern unser Tagesziel an: Bologna. Diese Stadt hatte ich bisher noch gar nicht richtig im Visier. Sie entpuppt sich als wahre Perle (die große erwartet uns noch in Verona). Ihre Geschichte reicht bis ins 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, was sich eindeutig an der Architektur der Altstadt erkennen lässt. Dennoch ist es eine sehr junge Stadt, denn hier leben ca. 100.000 Studenten, um an der ältesten Universität der westlichen Welt zu lernen. Sie prägen am Abend das belebte Straßenbild, in trendigen Cafés, Kneipen und Restaurants sitzen junge Leute – die Singlerate soll hier besonders hoch sein. Das Hotel Aemilia liegt sehr zentral und der Blick aus unserem Fenster bietet uns eine grandiose Altstadtkulisse im roten Licht des Sonnenuntergangs. Zu Fuß erkunden wir die Umgebung und ich begeistere mich für die überall vorhandenen typischen Arkaden, die sich insgesamt über 38 km erstrecken und erbaut wurden, um Wohnraum für die rasant wachsende Bevölkerung zu schaffen. Mittlerweile ist es sehr spät geworden und wir sind total hungrig. Unsere spontane Wahl ist mal wieder großartig. In einer kleinen ruhigen Gasse versteckt liegt das Vicolo Colombina, wo wir sogar ein Plätzchen an einem der Tische vor der Tür ergattern. Die Gerichte klingen fantasievoll, bei der Auswahl benötigen wir aber etwas Unterstützung durch den Kellner, da wir nicht alles auf der italienischen Karte verstehen. Das dann servierte Filet schmeckt genial – so erstklassig haben wir bisher auf unserer Tour noch nicht gespeist. Übrigens hat auch Bologna zwei schiefe Türme: Asinelli und Garisenda sind sogar die Wahrzeichen der Stadt und wurden im 12. Jahrhundert ebenso wie zahlreiche weitere Türme erbaut.

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Bologna – Verona

Während wir am nächsten Morgen stadtauswärts Richtung Verona aufbrechen, versuche ich nochmals das besondere Flair und so viele Eindrücke wie möglich einzufangen. Ohne zu wissen, dass uns die nächsten 150 Kilometer auch nichts wirklich Spannendes erwartet. Abgesehen von den mit reifen Melonen übersäten Feldern gibt es in der platten Po-Ebene keine nennenswerten Dinge zu sehen. Dafür ist es noch heißer als an den Tagen zuvor. Meine Motorradhose klebt durch den Schweiß so sehr an meinen Beinen, dass ich für den Gang zum Klo dreimal mehr Zeit einplanen muss, um sie runter- bzw. wieder hochzuziehen. Auf die Handschuhe verzichte ich ja bereits seit Tagen, alleine um ständig alles mit der Kamera festzuhalten. Aber ohne die mit Protektoren ausgestattete BMW-Kombi geht es leider nicht. Und dann erreichen wir sie: die wahre Stadt der Liebe – VERONA! Bunt, lebhaft und romantisch präsentiert sie sich und verzaubert uns im ersten Augenblick. Heute haben wir nur eine kurze Strecke zurückgelegt und sind daher früher dran als sonst. Uns bleibt genug Zeit, ausgiebig zu bummeln. Die Altstadt ist seit dem Jahr 2000 Weltkulturerbe. Alles hier ist gepflegt und schön – die hübschen Fassaden, die ansprechenden Schaufenster der Luxuslabels und die geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten. Am Gittertor der Casa di Giulietta quetschen die Schaulustigen die Köpfe durch die Stäbe, um einen Blick auf den Balkon der Julia zu erhaschen. Natürlich möchte ich auch ein Foto. Auch wenn man den Balkon für die Touristen angebaut hat und es sich bei Romeo und Julia nicht um reale, sondern um Figuren der Weltliteratur handelt, versprüht diese Stätte doch etwas Geheimnisvolles und Mystisches. Wir setzen unseren Spaziergang nach dem Abendessen fort. In der Dämmerung und Dunkelheit sieht alles noch glanzvoller aus als bei Tageslicht. Insbesondere die Aussicht vom Ufer der Etsch auf den Fluss, die Stadt und die Hügellandschaft ist traumhaft. Auch das Amphitheater sowie der davorgelegene Piazza Bra bieten am Abend mit der wunderschönen Beleuchtung einen unvergesslichen Anblick. Am liebsten würde ich auf einer der zahlreichen Bänke übernachten. Zugegebenermaßen ist unser Bett im Best Western Hotel Firenze dann doch weitaus bequemer.

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