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Nie mehr ohne meine Yogamatte

Yoga macht (mich) glücklich.

So glücklich, dass ich nicht mehr darauf verzichten kann. Seit fast fünf Jahren gehe ich jeden Morgen nach dem Aufstehen auf die Matte. Sonnengruß, Baum, Schulterstand, ein paar Situps für den Bauch – zehn Minuten, um meinen Körper und mich in Schwung zu bringen. Irgendwann reichte mir das nicht mehr und ich erweiterte mein Programm um einige Asanas, sodass ich nun mindestens 20, meistens sogar 30 Minuten meiner zweiten Leidenschaft widme. Mit Yoga fühle ich mich ausgeglichen, energievoll und jung.

Meine Familie bewundert mich für meine alltägliche Disziplin. Doch so empfinde ich es gar nicht. Irgendwann war es wie Zähneputzen – es gehört einfach zum  morgendlichen Ablauf dazu. Ein Ritual, ohne das ich nicht mehr in den Tag starten möchte. Wie selbstverständlich rolle ich nach dem Aufstehen die Matte aus, strecke die Arme in den Himmel, um meinen Körper und Geist dann mit den Flows des Surya Namaskara, wie das Sonnengebet im Sanskrit heißt, zu mobilisieren. Nicht immer gelingt es mir, sofort mein Gedankenkarussell abzuschalten und mich nur auf meine Übungen und den Atem zu konzentrieren. Mein Gehirn ist morgens schon ziemlich aktiv und die Bewegungen eingespielt, sodass der Kopf erst bei den schwierigen Asanas zur Ruhe kommt.

Die Matte im Gepäck

Packt mich das Fernweh und ich die Koffer,  darf die Yogamatte nicht fehlen. Zumindest, wenn wir nicht gerade mit dem Motorrad unterwegs sind. Ist sie nicht dabei, heißt das aber nicht, dass ich auf Yoga verzichte. Dann tut es auch mal ein Handtuch als Unterlage. Dabei gilt die alte Regel: Platz ist in der kleinsten Hütte. Auch in der engen Schiffskabine findet sich eine schmale Lücke. Mit Blick aufs Meer machen die Übungen dann gleich noch mehr Spaß. Und auch in unserem wirklich kleinem Hotelzimmer in New York habe ich irgendwie noch die Sonne grüßen können. Okay, unterwegs bin ich nicht ganz so diszipliniert, wie zu Hause. Da setze ich auch mal einen Tag aus. Aber spätestens nach zwei Tagen ohne Yoga fehlt mir etwas und ich spüre, wie ich mich zunehmend unwohl fühle.

Geht nicht gibts nicht

Natürlich bin ich noch lange kein Profi. Und wer glaubt, ich summe meine Ohms im Schneidersitz, den muss ich enttäuschen. Mir geht es um meine Beweglichkeit, mit der ich meinen Körper, meinen Atem und meinen Geist in Einklang bringe. Yoga ist nie Stillstand. Mit jedem Atemzug geht es noch ein bisschen weiter. Und so gelingt mit viel Geduld irgendwann auch das, was man nicht für möglich gehalten hat. Wie die Brücke oder der Kopfstand – Königin aller Asanas. Nach einigem Üben strecken sich meine Beine nun wie von selbst  in die Luft – oft sind sie das Erste, was mein Mann morgens nach dem Aufwachen von mir sieht!